Führungskräfte, Führungskräfteentwicklung, Selbst-Führung, Gelassenheit, Thomas Kölblin-Herzig

Selbst-Führung ist kein Kindergeburtstag!

Gelassen bleiben, Ruhe bewahren, sachlich und überlegt mit Verantwortung handeln! 

Klingt einfach, ist es aber nicht. 

Vor einigen Jahren war ich in der Personalvertretung tätig. Beim damaligen Personalvorstand hatte ich einen Termin in dem ich einige kritische Themen besprechen wollte. Nachdem ich all die Themen, Argumente und Lösungsvorschläge vorgebracht hatte, meinte der Personalvorstand lediglich in einem trockenen Ton: „Herr Kölblin, wissen Sie eigentlich, was für ein Träumer sie sind?“

Hätten wir uns in einem Boxkampf befunden, so hätte ich einen ordentlichen Schlag unter die Gürtellinie zu verkraften gehabt. Innerlich fühlte ich mich natürlich angegriffen und aufgebracht. Äußerlich musste ich Ruhe bewahren und das Gespräch zurück zur Sachlichkeit führen. Wie gut mir dies gelang, müssen Sie meinen damaligen Gesprächspartner fragen. 

Warum gelingt dies dem einen mehr und dem anderen weniger? Schnell wird über Führungserfahrung oder Expertenstatus gesprochen. Geht es aber elementar nicht um viel mehr? Selbstsicherheit und Überzeugung in das eigene Tun. Der kanadische Psychologe A. Bandura tituliert dies treffend mit: „Selbstwirksamkeit“. Selbstwirksamkeit ist ein besonders wichtiges Charakteristika im Leadership. Bevor Sie anderen sagen, was zu tun ist, sollten Sie sich zuerst einmal selbst führen können.

Was ist diese Selbst-Führung – Selbstwirksamkeit

Die Selbst-Führung ist als Schattengewächs verschmäht und wird zu oft als psychologisches Gequatsche abgestempelt. In der Mitarbeiterführung belegen vielmehr Methoden oder formale Werkzeuge die Inhalte von Führungskräfte-Entwicklungen.   

Ich sage, ein Leader muss nicht alles wissen, aber wissen, was er will oder besser noch, was er nicht will. Damit wissen Mitarbeiter woran sie sind. Dies vermittelt Sicherheit, ein wichtiges Element für Vertrauen. Wie lässt sich Selbst-Führung beschreiben? Ein erster Definitionsversuch für die Praxis.   

Selbst-Führung ist, die Fähigkeit eigene Emotionen, persönliche Motive und sein Verhalten einordnen zu können. Das Gewahrsein diese Faktoren zu entwickeln, um sie dann regulieren zu können. 

Mit der eigenen Auseinandersetzung zum Führungsverständnis erschaffen Sie eine klare innere Haltung. Sie können Emotionen einordnen und gelassen in Gesprächs- und Entscheidungssituationen handeln. Ihre Führungsqualität erhält eine persönliche Einstellung, ein Standing.

… die Wechselwirkung verblüfft! Dein Umfeld staunt!

Fakt ist, in hektischen, stressigen, gar entscheidungsträchtigen Situationen erwarten ihre Mitarbeiter, das Team, das Unternehmen Souveränität und einen klaren Blick auf das herrschende Problem. 

Die Auseinandersetzung mit Ihren Werten, Emotionen und Fähigkeiten lohnt sich. Richtig – ganz schön schweißtreibend! Aber das Resultat lohnt sich. 

Bleiben Sie neugierig, wie „gelassen bleiben“ zum Erfolg führt. 

Bis bald!  

Thomas Kölblin-Herzig

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